Portrait

Die Gemeinde Urmein liegt auf 1264 m. ü. M. und hat eine Fläche von 435 ha. Sie befindet sich im Kreis Thusis und im Bezirk Hinterrhein. Das rote Gemeindewappen enthält einen halben goldenen Löwen mit einem goldenen Pfeil in der rechten Pranke.

Urmein liegt auf einer Sonnenterasse oberhalb von Thusis. Am Berg selbst  finden sich die Dörfer Tschappina, Masein, Flerden, Portein, Sarn, Präz und Tartar. Sie sind durch kleine Strassen und Wanderwege verbunden und laden ein: zum Betrachten, Entdecken und Erfahren.

Urmein ist durch die Landwirtschaft geprägt. Vom gesamten Gemeindegebiet von 435 ha sind 172 ha bewaldet und 34 ha Gebirge. Der landwirtschafltich nutzbare Boden umfasst 204 ha, von denen nur ein kleiner Teil als Maiensässe bewirtschaftet wird. Die restlichen 25 ha sind Siedlungsfläche. Die Bewirtschaftung erfolgt durch neun landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe.

 

Oberurmein

Zu Urmein gehört das Feriendorf Oberurmein (1527–1609 m.ü.M.) mit über 100 Ferienhäusern und dem Maiensäss Feriendorf Aclas Heinzenberg. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Talstation der Skilifte Tschappina-Lüsch-Urmein AG. Zum Skigebiet gehören diverse Gastronomiebetriebe. Auf dem Gemeindegebiet von Urmein befindet sich die "Skihütte Oberurmein". Der Tourismus hat in Urmein einen grossen Stellenwert. So hat auch die Zahl der Ferienwohnungsbesitzer in den letzten Jahren stetig zugenommen und die Infrastruktur im Skigebiet wurde laufend ausgebaut und modernisiert.

 

In Oberurmein wurde als Attraktion der Patrutgsee realisiert. Im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel zum Grillieren und spielen. Im Winter wird die Eisfläche des Sees zum Eisstockschiessen genutzt. Bei Bedarf kann die Clubhütte für Anlässe gebucht werden.

Kirche

Die reformierte Kirche in Urmein am Heinzenberg ist ein evangelisch-reformiertes Gotteshaus unter dem Denkmalschutz des Kantons Graubünden. Mutterkirche des Heinzenbergs war im Spätmittelalter Portein, welches Hohenrätien ablöste. Im Jahrzehnt zwischen 1530 und 1540 setzte sich die Reformation in Urmein durch. 1670 machte sich Urmein gemeinsam mit Flerden von Portein unabhängig. Der heutige Kirchenbau datiert auf 1720-22. Der Kirchturm zeigt eine seltene zweistöckige Zwiebelhaube, während das Kirchenschiff mit einem Walmdach bedeckt ist.

 

Geschichte

Urmein wurde in der frühsten überlieferten Schreibweise des 12. Jahrhunderts als „Hof Urmein“ ehemals Ormen erwähnt. Als Hof taucht der Ort in einer im römischen Lateran ausgestellten Papsturkunde auf, darin der damalige Kirchenfürst die Güter des Klosters Cazis in seinen Schutz nahm. Die Territorialherrschaft war am Heinzenberg bis in die Neuzeit hinein sehr ausgeprägt. Die Vazer Freiherren wurden durch die Herrschaft Werdenberg-Sargans abgelöst (ca. 1330). Diese übergab den Heinzenberg den Freiherren von Rhäzüns (1383). Graf Jörg von Werdenberg übernahm die Herrschaft 1459 um sie 1475 ans Bistum zu veräussern, das bisher keine Herrschaft ausgeübt hatte. Der ausgeprägte Herrschaftscharakter, welcher dem Heinzenberg zuteilwurde, bedeutete, dass der Hof Urmein als sogenannter Gutshof vorgestellt werden muss, auf dem – kennzeichnenderweise – Hofhörige wirtschafteten. Das bedeutete, dass sie bei einer Veräusserung des Hofs nicht vertrieben werden konnten. Hieraus entwickelte sich das Erbeigentum und letztlich das bäuerliche Privateigentum. Dieses Letztere findet sich zuerst in den Maiensässen, welche individuell aus der Allmende als Privateigentum ausgeschieden wurde und entsprechend am raschesten urbanisiert wurde. Die Urmeiner wachten strikte darüber, dass die Maiensässe frei handelbar waren und nicht mit den Gütern im und ums Dorf herum gekoppelt wurden, denn dann wären sie der Herrschaft verfallen gewesen. Damit erklärt sich die historische Begründung, dass die Allmende ob Urmein zum hochparzellierten Ferienort wurde.

Sprache

Ursprünglich sprachen die Bewohner Sutselvisch, eine bündnerromanische Mundart. Doch bereits im Mittelalter wechselten sie unter dem Einfluss der Walser von Tschappina zum Deutschen. Bis 1970 gab es durch Zuwanderung aus den romanischsprachigen Nachbardörfern eine sprachliche Minderheit. Heute ist die Romanische Sprache vollends durch die Deutsche verdrängt worden.

Weiter Informationen finden Sie im "Urmeiner Dorfspiegel" und in "Die Veränderung - Urmein 1955-2005". Beide Broschüren können auf der Gemeindekanzlei gekauft werden.